Drei Tage auf der Deutschen Fährstraße
Es ist schon etwas länger her, dass wir auf diese Route aufmerksam geworden sind: die Deutsche Fährstraße. Die Themenroute verbindet auf ihrem Weg von Bremervörde bis nach Kiel viele Schleusen, Kanäle und Autofähren miteinander. Im Herbst dieses Jahres haben wir uns auf den Weg gemacht und sind die Deutsche Fährstraße in drei Etappen gefahren.
Früh am ersten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Bremervörde, denn hier, auf dem Parkplatz des Oste-Hotels, startet sie, die Deutsche Fährstraße. Auf insgesamt drei Etappen versuchen wir die gesamte Tour in einem entspannten zeitlichen Rahmen zu fahren, ohne eine genaue Ahnung zu haben, was auf uns zukommt.
Wir finden recht gut in die Route hinein, wenn man einmal davon absieht, dass uns eine Umleitung ausbremst und ein kleines Wegstück am Deich entlang eigentlich nur für Anlieger gedacht ist. Ein erster lohnender Halt ist die Prahmfähre in Gräpel, und wir stellen unseren Wagen auf einem, wie wir finden, angemessenen Parkplatz ab.

Wir kommen knapp außerhalb der Saison am Fähranleger an, wo seit etwa 100 Jahren eine der letzten von Hand betriebenen Prahmfähren die Fußgänger, Radfahrer oder auch Pferde über die hier 25 Meter breite Oste übersetzt. Doch schon die ruhige Atmosphäre am Anleger zieht uns in ihren Bann, und wir bekommen zum ersten Mal so richtig das Gefühl, auf der Deutschen Fährstraße zu sein.
Nur gut fünf Kilometer sind es auf zum Teil schmalen und verschlungenen Wegen bis zur historischen Prahmfähre Brobergen. Wenn am Anleger mal nichts los ist, kann mit den Fährmann auch mit einer Glocke rufen.
Nun folgen wir auf einem längeren Stück der Fährstraße, die abschnittweise immer wieder am Deich entlangläuft, und nach der Überquerung der Oste über eine Brücke erreichen wir den Ort Hemmoor, wo eine besondere Sehenswürdigkeit dieser Route wartet: die Schwebefähre Hemmoor. Sie ist eine von zwei Schwebefähren in Deutschland und von acht in der Welt. Das technische Baudenkmal, das 1974 durch eine Brücke abgelöst wurde, dient seit 2006 wieder als Transportmittel für Fußgänger und Radfahrer, die die Oste überqueren möchten.
Ein schöner Abschnitt führt nun zum Oste-Speerwerk, doch die reizvoll anmutende Fahrt über die Oste ist an diesem Montag leider nicht möglich. So fahren wir ein Stück zurück, um über den kleinen Ort Balje allmählich die Autofähre von Glückstadt nach Wischhafen anzusteuern.
Unzählige Male haben wir im Radio schon von den langen Wartezeiten an der Fähre gehört, doch wir haben Glück: Die Fahrtzeit beträgt heute Mittag nur eine gute halbe Stunde. Und so setzen wir ohne Zeitdruck über ans andere Ufer der Elbe.
Mit dem Erreichen des nördlichen Elbufers neigt sich die erste Tagesetappe dem Ende zu. Daher steuern wir unser Tagesziel Elmshorn an, und nach einer Pizza im Zentrum fahren wir zu unserem guten Mittelklassehotel, wo wir übernachten.
2. Etappe: Von Glückstadt nach Rendsburg
Nach dem Frühstück brechen wir auf und fahren zunächst wieder nach Glückstadt, um wieder auf die Deutsche Fährstraße zu gelangen. Das nächste Ziel ist Brunsbüttel, wo wir zwar kurz an der Fähre warten, uns dann aber doch entscheiden, außen rum über die imposante Hochbrücke zu fahren.
Wieder unten angekommen nimmt die Route ihren Lauf durch das flache Land, im steten Wechsel von reizvollen Streckenabschnitten, kleinen Sehenswürdigkeiten und immer wieder Autofähren. Die nächste ist die Fähre Kudensee, und wieder brauchen wir nur wenige Minuten zu warten, bis wir übergesetzt werden.
Was folgt, ist ein idyllischer Abschnitt auf einer schmalen Straße die über eine kleine Brücke die Wilster Au quert.
Bevor es auf die nächste Autrofähre geht, lohnt noch ein Abstecher zu der tiefsten Landstelle Deutschlands, die nicht direkt, aber nah an der Deutschen Fährstraße liegt.
Von hier aus führt die Route über die Autofähre Burg und die Autofähre Fischerhütte, die beide den Nord-Ostsee-Kanal überqueren.
Nur gut zehn Kilometer Fahrt sind es bis zur Kanalfähre Oldenbüttel, und nach der Überquerung des Kanals lohnt ein kurzer Abstecher zur idyllischen Gieselauschleuse, die wir auf einer hölzernen Brücke passieren.
Auf der durch weites Land verlaufenden L-26 gelangen wir zur Autofähre Breiholz, allerdings biegen wir vorher auf die K-47 ab, die nun auf einem längeren Stück geradeaus am Nord-Ostsee-Kanal entlangläuft und ab und zu den Blick auf die Wasserstraße freigibt, auf der man, mit etwas Glück, auch einen der mächtigen Frachter sieht, die hier unterwegs sind. Bald erreichen wir Rendsburg, wo wir die Schwebefähre an der Hochbrücke ansteuern. Von einer kleinen Hafengebiet aus hat man einen recht guten Blick aus der Ferne auf das gewaltige Bauwerk.
Doch irgendwie möchten wir noch näher herankommen, und so fahren wir ein Stück stadteinwärts und gelangen schließlich an den Fähranleger. Wir kehren an den schön gelegenen Brückenterrassen ein, trinken eine Tasse Kaffee und genießen den herrlichen Blick auf die Schwebefähre.
Die Fähre unterbricht ihren Betrieb kurz, wenn einer der großen Frachter vorbeizieht.
Ein Schild auf den Brückenterrassen heißt die Besatzung des Frachters willkommen, und aus den Lautsprechern erklingt die Nationalhymne des Heimatlandes.
Gemächlich zieht das Schiff vorbei, und in der Luft liegt ein Hauch von Fernweh.
Nach den ersten beiden Etappen auf der Route über die Deutsche Fährstraße machen wir einen Abstecher an die Nordseeküste zur Hattstedter Marsch. Nach drei Tagen geht es zurück nach Rendsburg, um schließlich auch die dritte Etappe zu fahren.
3. Etappe: Von Rendsburg nach Kiel
Von Rendsburg aus machen wir uns auf die dritte Etappe der Deutschen Fährstraße nach Kiel. Auf Überlandrouten steuern wir die Kanalfähre Landwehr an und damit auch die letzte Autofähre auf der Route.
An einem Parkplatz bei einer Unterführung machen wir noch einmal kurz Halt für eine kleine Stärkung, dann geht es langsam, aber sicher weiter Richtung Kiel.
Nach und nach wird es zunehmend städtisch. Als Erstes steuern wir in Kiel die Schleuse Holtenau an, und von der Aussichtsplattform aus sehen wir zu, wie die Schleuse den unterschiedlichen Wasserstand zwischen der Kieler Förde und dem Nord-Ostsee-Kanal, der am meisten befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, ausgleicht und dabei zahlreiche Schiffe hindurchschleust.
Danach fahren wir stadteinwärts. Das letzte Stück auf der Route ist der krönende Abschluss einer erlebnisreichen Autotour. Wir biegen auf die Kiellinie ein, die auf mehreren Kilometern sehr schön an der Kiele Förde entlangführt, vorbei an verschiedenen Hotels, dem Schiffahrtsmuseum und dem Schwedenkai bis kurz vor den Hauptbahnhof.

Und dann ist sie erreicht, die berühmte Hörnbrücke, die über die Hafenspitze der Stadt führt, welche den südlichen Abschluss der Kieler Förde bildet.

Die Hörnbrücke bildet auch den Endpunkt unserer Tour auf der Deutschen Fährstraße, einer Tour, die wir wirklich sehr empfehlen können.
Route gefahren im Oktober 2024
Beiträge auf dieser Blogseite
Auf diesem Blog findest du weitere Berichte und sonstige Beiträge zum Thema SUV- und Geländewagentouren und einige Hinweise zum Download von GPX-Dateien.
Unsere Blogbeiträge im Überblick
- An der Nordseeküste entlang nach Flensburg
- Drei Tage auf der Deutschen Fährstraße
- Ende des Fahrgeländes Fursten Forest
- Der komplette Verlauf der Route 66
- Ehemals geführte Tour durch die Südheide
- Geländefahrtraining bei Landrover
- In die Festungsstadt Bourtange
- Downloadverfahren für GPX-Dateien
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